Unternehmensnachfolgeberatung für Familienunternehmen | Dr. Herbert Wettig

Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen


Dr. Wettig


Diplompsychologe
Dr. Herbert Wettig
Wirtschaftspsychologe
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Unternehmensnachfolgeberater
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  • 2.Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge 

  • 2.1Häufigste Formen der Regelung der Unternehmensnachfolge

Nach Ergebnissen einer 2012 durchgeführten Befragung des Instituts für Mittelstandsforschung1 ist zu erwarten, dass in den nächsten fünf Jahren auch in der Region Stuttgart vermutlich rund die Hälfte der Familienunternehmen (51%) ihre Nachfolge planen müssen.

Zwar beabsichtigen rund 86%2 dieser Familienunternehmer, ihre Nachfolge nach Erreichen des Rentenalters zu regeln. Tatsächlich wird die Regelung des Generationswechsels jedoch oft lange über diese Altersgrenze hinaus vor sich hergeschoben. Dafür gibt es eine Reihe menschlich verständlicher Gründe (Probleme beim Generationswechsel). Von den übrigen erzwingt in 10% der Fälle der Tod und in 4% der Fälle die Erkrankung des Unternehmers eine spontane Regelung der Nachfolge oder, wenn diese nicht möglich ist, den Verkauf oder die Liquidation/Aufgabe des Betriebs2.

Nach Ergebnissen einer Metaanalyse des Instituts für Mittelstandsforschung auf der Basis von 17 Studien (IfM3) konnte 2010 der Generationswechsel nur noch in 54% der Familienunternehmen durch familieninterne Nachfolge, also durch Übergabe an eigene Kinder oder andere Angehörige geregelt werden. Weitere 17% der Familienunternehmen wurden 2010 zwar unternehmensintern, aber nicht familienintern weitergegeben. Es wurde nicht berichtet, ob diese unternehmensinterne Nachfolge durch Übertragung der Anteile auf Geschäftspartner, die Anstellung eines Geschäftsführers, durch Beteiligung von leitenden Mitarbeitern, Verpachtung oder durch Management-Buy-Out (MBO) erfolgte. Es kann angenommen werden, dass sich diese Ergebnisse auch auf die Region Stuttgart übertragen lassen.

Die restlichen 29% haben ihr Familienunternehmen unternehmensextern verkauft, vermutlich wegen fehlender oder nicht geeigneter Nachfolger oder um den Verkaufserlös für andere Anlagen oder den Ruhestand zu verwenden. Möglicherweise wurden einige dieser Familienunternehmen zur Gewährleistung einer gesicherten Fortführung des Unternehmens und Erhaltung des Lebenswerks des Gründers oder wegen der Erhaltung der Arbeitsplätze an Führungskräfte aus der gleichen Branche in Form eines sogen. Management-Buy-In (MBI) verkauft. Manche Unternehmen wurden umstrukturiert, an Unternehmen der gleichen Branche oder Finanzierungsgesellschaften verkauft.

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2011 haben nach Daten des DIHK Reports4 bundesweit rund 8% der Familienunternehmen den Betrieb aufgegeben, d.h. Insolvenz anmelden oder liquidieren müssen, weil weder eine Nachfolge noch der Verkauf möglich war. Vermutlich waren es vornehmlich Betriebe in einem schrumpfenden Markt, die wegen eher schlechter Zukunftsaussichten weder für Nachfolger noch für Käufer Ertragsaussichten boten, oder Unternehmen, die möglicherweise über längere Zeit Innovationen versäumt hatten oder wegen fehlender finanzieller Mittel nicht mehr investieren konnten. Bei rechtzeitiger Regelung der Nachfolge in dieser oder jener Form oder durch rechtzeitigen Verkauf wären vermutlich sowohl manches Familienvermögen als auch die Arbeitsplätze erhalten geblieben.

Der Wunsch vieler Familienunternehmer nach familieninternen Nachfolgern hat sich letztlich nicht erfüllt. Dafür gibt es viele Gründe. Wesentliche Gründe sind, dass es in diesen Familien entweder keine eigenen Kinder gab oder diese andere Lebenspläne hatten als die Führung des Familienunternehmens. Möglicherweise war aber auch manchen der ihre Nachfolge planenden Unternehmer keines ihrer Kinder kompetent genug, das Unternehmen weiterzuführen.

Der DIHK-Report4 bestätigt durch ein ähnliches Ergebnis die Brisanz der Situation: Rund 80% der Unternehmenseigentümer möchten aus Altersgründen ihr Unternehmen übergeben oder verkaufen. Fast 4% mussten wegen Erkrankung überraschend ihre Nachfolge regeln, den Betrieb verkaufen oder ihren Betrieb aufgeben. In fast 9% der Fälle musste wegen Tod des Unternehmers die Familie versuchen, unverzüglich die Nachfolge zu regeln oder - unvorbereitet - das Unternehmen zu verkaufen oder es schließen. Bei Geschäftsaufgabe verlieren oft nicht nur die Eigentümer ihre Altersvorsorge, sondern die Mitarbeiter/innen auch ihre Arbeitsplätze.

Die Daten der beiden Studien (IfM-Metaanalyse 2010 und DIHK-Report 2011) weichen aufgrund unterschiedlicher Erhebungszeitpunkte und Fragestellung geringfügig voneinander ab.


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  • 2.2Durchschnittliche Häufigkeit
    der Unternehmensnachfolgen in der Region Stuttgart

In der Region Stuttgart gibt es – unabhängig von der Unternehmensgröße – rund 163.000 Unternehmen und Betriebe6, davon etwa 23.000 meistens mittelständische und kleinere Unternehmen des produzierende Gewerbes (überwiegend verarbeitendes und Baugewerbe) und rund 110.000 Dienstleistungsunternehmen (beispielsweise Handelsunternehmen, wirtschaftliche und technische Dienstleistungsunternehmen, Immobilien-, Finanz-, Unterhaltungs- und andere Dienstleister). Hinzu kommen rund 30.000 Handwerksbetriebe6. In diesen Unternehmen und Betrieben sind über 2,1 Millionen5 Beschäftigte tätig.

Mehr als 96 % dieser rund 163.000 Unternehmen und Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart sind Familienunternehmen. Nach Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn2 (IfM) müssten in Deutschland jährlich durchschnittlich 3% der Unternehmen wegen Alter, Krankheit, Unfall oder Tod des Unternehmers ihre Nachfolge regeln. Bezogen auf die Region Stuttgart sind das entsprechend jedes Jahr durchschnittlich fast 5.000 der 163.000 Unternehmen und Handwerksbetriebe.

Region Stuttgart


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Quelle1 IHK Region Stuttgart (2012), Berechnungen auf Basis des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg
Quelle2 Handwerkkammer Region Stuttgart (2012)
Quelle3 Hauser, Kay und Börger: Unternehmensnachfolgen in Deutschland (2010), Institut für Mittelstandsforschung Bonn
Quelle4 Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn auf Basis einer Metaanalyse von 17 Studien (2010)
Quelle5 Moog et al.: Unternehmensnachfolgen in Deutschland - Aktuelle Trends (2012),
Institut für Mittelstandsforschung Bonn, IfM Materialien Nr. 216,
Quelle6 DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge (2011) Zahlen und Einschätzungen der IHKs zum Generationswechsel.


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