Unternehmensnachfolgeberatung für Familienunternehmen | Dr. Herbert Wettig

Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen


Dr. Wettig


Diplompsychologe
Dr. Herbert Wettig
Wirtschaftspsychologe
Wirtschaftsmediator
Unternehmensnachfolgeberater
Obere Burghalde 42
D-71229 Leonberg
Telefon: +49 7152-27061
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  • 6. Konfliktlösungen


  • 6.1 Familienfrieden durch klare Familien- und Unternehmensverfassungen
    (Familiy-and-Corporate-Governance)

Um Konflikte zu vermeiden, sollten Familienunternehmen zukünftig eine schlüssige Gesamtstrategie für die Familie und für das Unternehmen formulieren. Diese kann in zwei einander ergänzenden Vereinbarungen schriftlich festgelegt werden, in einer Familienverfassung (family governance) und in einer Unternehmensverfassung (corporate governance). Beide sind klare und für alle Betroffenen verbindliche Regelungen, wie in der Familie und im Familienunternehmen hinsichtlich Offenheit, Transparenz und Fairness miteinander umgegangen werden soll, wie im Unternehmen intern und nach außen regiert wird und woran sich alle halten müssen. Governance schließt zugleich eindeutige Regelungen der Verantwortlichkeiten und Pflichten ein und fordert, dass jeder bzw. jede Rechenschaft über getroffene Entscheidungen abzulegen hat.

Die Unternehmensverfassung regelt zugleich die Rolle und Funktion der einzelnen Familienmitglieder im Familienunternehmen sowie die Dinge, die früher zum Streit geführt hätten, wie Ausschüttung der Gewinne, wer die Firma führt, wie oft und wann die Familienmitglieder sich regelmäßig treffen, welche geschäftlichen Themen in der Familie besprochen werden müssen und wer unter welchen Bedingungen aus der Firma ausscheidet.

Der Vorteil einer Familien- und einer Unternehmensverfassung ist nach aller Erfahrung, dass die klaren Regelungen einen tiefgreifenden Wandel der Unternehmenskultur auslösen, in der ehemals autoritäre oder patriarchalische Strukturen zugunsten demokratischer Entscheidungsprozesse aufgebrochen werden. Dadurch wird die Anzahl der Anlässe für mögliche Familienkonflikte deutlich verringert.

Der Nachteil ist jedoch, dass viele Konflikte nun nach den Regeln der Familien- und der Unternehmensverfassung in der Familie diskutiert, ausgehandelt und Streit schlichtend ausgetragen werden müssen, die früher vom Familienpatriarchen souverän entschieden oder im Keim erstickt worden wären. Dieses traditionelle Leitbild des Unternehmensführers hat ausgedient. Die Verantwortlichkeiten und Pflichten aller Familienmitglieder in ihrer Beziehung untereinander und zum Unternehmen müssen eingehalten werden. Ein Familienunternehmen kann dann vermutlich nicht mehr am Streit der Familiengesellschafter zugrunde gehen, wohl aber noch an der Inkompetenz unfähiger Unternehmensführer.

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  • 6.2Lösung von Familienkonflikten
    durch Mediation zwischen den Betroffenen des Familienunternehmens

Mediation ist ein Verfahren zur einvernehmlichen Lösung von Konflikten zwischen Betroffenen ohne den Zeit und Kosten verursachenden Aufwand von Gerichtsverfahren. Wirtschaftsmediation ist ein vergleichbares Verfahren zur einvernehmlichen Lösung von Konflikten innerhalb und zwischen Unternehmen. Mediation ist in einem Familienkonflikt jedoch nur möglich, wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind, ihren Konflikt in dieser Form zu lösen. Der Mediator ist grundsätzlich allparteilich, d.h. gegenüber allen Beteiligten neutral.

Verlauf einer Mediation. Gegenstand und Verlauf der Mediation sind vertraulich und nicht öffentlich. Nur die unmittelbar Betroffenen sind daran beteiligt. Grundsätzlich sind alle Kontrahenten zugleich anwesend. Der Mediator ist durch Berufsgrundsätze und Gesetz zur Verschwiegenheit verpflichtet. Der Mediator gibt vor Beginn der Mediation klare Regeln vor, an die sich alle Beteiligten halten müssen. Er versucht von Beginn an ein Klima des gegenseitigen Respekts, der Sachlichkeit und des fairen Umgangs zu schaffen und aufrecht zu erhalten. Mit seiner Hilfe sollen die Konfliktparteien das sonst weitverbreitete Streitverhalten vermeiden, beispielsweise sich nicht gegenseitig mit Anschuldigungen und Vorwürfen überschütten, nicht spontan und unmittelbar entgegnen oder einreden und nicht versuchen, Gegner einzuschüchtern. Der Mediator versucht, allen Beteiligten die gleiche Redezeit zu geben und spontane Unterbrechungen durch die Gegenseite zu verhindern. Ziel ist es, auf diese Weise den Konfliktparteien die Chance zu geben, sich besser zu verstehen. Durch gegenseitiges Verständnis des Problems – auch für die Sicht der Gegenseite – fällt es den Beteiligten leichter, alternative Lösungen des Konflikts zu diskutieren und gemeinsam eine von allen getragene Entscheidung zu finden. Einzelgespräche erfolgen, wenn sie notwendig sind, nur nach Zustimmung der anderen Beteiligten. Den anderen Beteiligten sollte – wenn gewünscht – ebenfalls Gelegenheit zum Einzelgespräch gegeben werden.

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  • 6.3Wirtschaftsmediation ist besser, schneller und billiger als ein Gerichtsverfahren.

Auch wenn die Konfliktparteien in der Regel von ihrem Recht überzeugt sind, ist die Rechtslage selten eindeutig. Es gibt keine Sicherheit, ein Gerichtsverfahren zu gewinnen. Vor einem Gericht würde es – abgesehen von einer gerichtlichen Schlichtung – nur Gewinner und Verlierer geben. In der Mediation finden die Streitenden entweder mit Hilfe des Mediators eine gemeinsame, von allen akzeptierte Lösung ihres Konflikts, dann gibt es einen Kompromiss, in dem alle bedingt gewinnen – oder ein Gericht muss entscheiden. Juristische Verfahren kosten jedoch viel Zeit und Geld für Rechtsanwälte, Gutachter und das Gerichtsverfahren, vor allem aber viel Nerven wegen subjektiv empfundener Ungerechtigkeiten. Ein Gericht entscheidet nach geltendem Recht, nicht nach Gerechtigkeit.

Der Mediator gibt weder juristische Ratschläge noch trifft er Entscheidungen. Die betroffenen Konfliktparteien suchen unter der Leitung des Mediators selbst nach einer allseits akzeptierten Lösung des Konflikts. In den meisten Fällen gelingt das auch. Der Beschluss der von den Konfliktparteien gemeinsam gefundenen Konfliktlösung wird vom Mediator oder von einem Notar protokolliert, datiert und von allen Beteiligten zum Zeichen ihrer Zustimmung unterschrieben. Im Falle eines vorher schon eingeleiteten Gerichtsverfahrens wird vom Richter üblicherweise der protokollierte und von allen unterzeichnete Beschluss als Grundlage des gerichtlichen Beschlusses anerkannt und das Gerichtsverfahren schnell beendet.


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5. Familienkonflikte durch die Unternehmensnachfolgeregelung sowie Konfliktlösungen  weiter
1.1 Fragen an Familienunternehmer zur Vorbereitung einer Unternehmensnachfolge  weiter
3. Alternativen, wenn keine familieninterne Unternehmensnachfolge möglich ist  weiter
6.2 Konfliktlösungen durch Mediation der Betroffenen der Unternehmerfamilie  weiter
6.1 Familienfrieden durch Familien- und Unternehmensverfassungen  weiter
8.2 Wissen und Erfahrung des Unternehmensnachfolgeberaters  weiter
8. Erfolgreiche Unternehmensnachfolgeberatung  weiter
9. Kostenlose Internet-Informationen zur Unternehmensnachfolge (Links)  weiter
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